5. Welches Kindheitstrauma trägst du mit dir herum?

5. Welches Kindheitstrauma trägst du mit dir herum?

Ein Trauma ist im psychologischen Sinne eine seelische Verletzung. Sicherlich wirst auch du in deiner Kindheit diese erlebt haben. Bewusst oder unbewusst schlummern sie vielleicht noch in dir. Die Menschen, die dir das zufügten, haben diese vielleicht bewusst, sehr wahrscheinlich aber eher unbewusst getan, weil sie es nicht besser wussten oder weil sie selber so erzogen worden sind und dachten, dass das so normal ist. Oder, weil sie unbedarft an die Sache herangegangen sind. Ich bin der Meinung, dass Eltern es immer so gut machen, wie sie können. Nur manchmal wissen sie es einfach nicht besser, können aus ihren eigenen Mustern und Konditionierungen nicht aussteigen oder stecken manchmal einfach so fest in ihren Schuhen, dass sie eben nicht über ihren Schatten springen können, um andere Erziehungsmaßnahmen oder ein anderes Verhalten dir gegenüber anwenden zu können. Wichtig ist, dass du deine Eltern dafür nicht verurteilst, sondern dass du im Frieden mit ihnen bist, vielleicht Verständnis für sie und ihre Situationen aufbringen kannst. Zumindest solltest du aber eine Annahme ihnen entgegenbringen, damit du hier in den Frieden kommst und die Wunden heilen können.

Es gibt natürlich ganz verschiedene Traumata. Schwere Schicksalsschläge, Krankheiten, Verluste und Tod, sowie körperlicher Missbrauch ist für alle ein schnell erkennbares Trauma. Aber es gibt noch viele andere seelische Verletzungen, die du als Trauma weiter mit dir herumtragen kannst, die nicht so offensichtlich für dich und andere sind.

Menschen, die oftmals anfällig für toxische Beziehungen oder narzisstische Partner sind, tragen oftmals ein Trauma aus ihrer Kindheit mit sich herum, dass sie dann im Erwachsenenleben endlich für sich auflösen wollen. Wenn du dieses Trauma selber erkennst, dann bist du in der Lage diese auch mit Hilfe eines Therapeuten, Coaches oder Psychiater aufzuarbeiten und zu heilen. Deshalb finde ich es so wichtig, dass du dein Leben mal daraufhin betrachtest, ob auch du seelische Wunden mit dir herumträgst, um es langfristig in dir zu verändern.

Eine ganz große seelische Verletzung kann es für ein Kind sein, wenn ein oder sogar beide Elternteile emotional nicht für das Kind verfügbar sind. Das heißt: Andere Dinge sind ihnen wichtiger. Sie arbeiten viel, treffen sich lieber mit ihren Freundinnen und Freunden, gehen vielen Hobbys nach oder engagieren sich zeitaufwendig in ehrenamtlichen Gremien und Vereinen. Sie halten ihr Interesse und die Zuneigung für das eigene Kind zurück. Daraus lernt das Kind: Ich bin nicht wichtig. Ich bin falsch. Ich bin uninteressant. Andere Dinge sind einfach wichtiger im Leben meines Vaters oder meiner Mutter. Natürlich löst das ein Minderwertigkeitskomplex im Kind aus, das es dann später versucht aufzulösen, in dem es sich einen Partner sucht, der diese seelische Verletzung heilen soll. Aber mit einer 100% Sicherheit suchen wir uns wieder einen Partner aus, der wie unsere Eltern ist. Das heißt wir binden uns wieder an Partner, die ihre Arbeit, ihr eigenes Leben oder ihre eigenen Interessen über die des Partners stellen. So wiederholt sich immer wieder die Art, wie wir behandelt werden und die Wunde in uns, die eigentlich geheilt werden soll, reißt immer wieder neu in uns auf. Gleichzeitig werden wir immer wieder neu bestätigt in dem Glaubenssatz unserer Kindheit, dass wir nicht gut genug und nicht richtig sind. Letztendlich ist durch dieses Trauma in der Kindheit eine innerliche Leere in dir entstanden. Diese Leere versuchst du nun immer wieder von außen zu füllen, und zwar mit den Menschen, die du gewohnt bist seit deiner Kindheit. Doch genau diese Menschen füllen diese Leere nicht. Keiner füllt deine Leere von außen. Irgendwann solltest du verstehen, dass du dafür selbst verantwortliche bist, diese Leere zu füllen. Dich nicht mehr davon abhängig zu machen, wie andere dich finden, wie sie dir Interesse, Zeit, Liebe und Beachtung schenken. Es ist total wichtig, dass du lernst selber bei dir anzukommen, zu wissen, welchen Wert du in dir trägst und dir selber die innerliche Fülle gibst, die du schon lange in dir  hast, die du so sehr verdienst, und die du dir einfach nur bewusst machen musst. Wenn du Lust hast diese Leere in dir zu füllen, dann empfehle ich dir mein Workbook für innere Stärke. Hier kannst du mit vielen Übungen dein Selbstvertrauen, dein Selbstwertgefühl, dein Selbstbewusstsein, deine Selbstannahme und deine Selbstliebe stärken. Du findest mehr Informationen unter: www.katjademming.com/workbook/

Ein weiteres Trauma kann für ein Kind die Scheidung der Eltern sein. Sicherlich beschäftigen sich Eltern vor einer Trennung sehr intensiv mit dem Gedanken: Was tue ich damit meinen Kindern an? Natürlich gibt es viele Frauen und auch Männer, die genau deshalb weiterhin in toxischen Ehen lange aushalten, nur damit die Kinder keine seelischen Verletzungen abbekommen. Ich kann dir aber sagen, häufig ist es so, dass Kinder in destruktiven Beziehungen oftmals sowieso seelische Verletzungen bekommen. Eine schlechte Ehe kann auch psychische Schäden bei den Kindern hinterlassen. Hier bleibt dann die Frage, welcher Schaden ist größer? Was möchtest du für deine Kinder? Manchmal kann es wirklich besser sein, dass du dich von deinem Partner trennst und deinen Kindern ein liebevolles Zuhause gibst ohne Manipulation, ohne Abwertung, ohne zerstörerisches Verhalten und ohne Abwertung. Das wäre dann das kleinere Trauma für dein Kind. Wohingegen eine über Jahre ausgehaltene schlechte Beziehung, sich auch destruktiv auf deine Kinder auswirken wird. In so einem Fall prüfe, was kannst du dafür tun, diese Beziehung noch zu verbessern, indem du noch mehr Liebe, Lebensfreude und Leichtigkeit hineinbringen kannst. Aber sei dir auch bewusst, dass wenn du einen Partner an deiner Seite hast, mit dem das auf Dauer nicht wirklich möglich ist, du besser die Reißleine ziehst und dich trennst. Versuche dann lieber den Verlust und die Trennungsangst der Kinder liebevoll aufzufangen.

Verwahrlosung ist auch ein tiefes seelisches Trauma, wenn deine Eltern sich nicht um dich   gekümmert haben und dich nicht mit den lebenswichtigsten Dingen versorgt haben. Wenn sie dir nicht genug zu essen gegeben haben, dir keinen sicheren Ort zur Verfügung stellen konnten und dir somit deine wichtigsten Bedürfnisse nicht decken konnten. Dann wird sich in dir wahrscheinlich auch eine seelische Verwundung breit machen, die zu einer inneren Leere führt, die nichts und niemand füllen kann. Kinder brauchen Menschen, die sie spiegeln, die ihnen zeigen, ob die Gefühle richtig sind, ob sie geliebt werden, so wie sie sind und ob sie gesehen und verstanden werden. Findet diese Spiegelung in der Kindheit nicht statt, verliert sich das Kind und versucht nur noch die Bedürfnisse der anderen zu erkennen und zu erfüllen. Es selber hat aber gar kein Zugang zu seinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen. So ist es absolut abhängig vom Außen, um sich ein bisschen spüren zu können. Denn immer, wenn sie für andere ein Bedürfnis erfüllen, fühlen sie sich gut, weil sie merken, dass der andere sich freut. Leider haben sie nie gelernt zu fühlen, was sie selber brauchen, was ihnen guttut und wie sie sich selbst im Inneren glücklich machen könne. Jetzt siehst du wahrscheinlich, dass wenn du aus einer toxischen Beziehung aussteigen willst, genau das die Trennung so schwer macht. Denn du verlierst deine Identität und deinen eigenen Wert, wenn du nicht mehr für andere da sein kannst. All die Zeit, die du damit verbracht hast zu erfühlen, was dein Partner braucht, sich von dir wünscht und verlangt, würde verloren gehen und du landest in einem Nichts. Das ist eine Aufgabe für das Leben. Da opfert sich ein Partner für den anderen komplett auf. Jetzt kannst du dir sicher besser vorstellen, wenn so ein Partner wegbricht, dann fällst du ins Leere. Emotional kaum auszuhalten für dich. Die Angst wird immens groß sein, denn dieses Gefühl nicht gebraucht zu werden und unwichtig zu sein, würde die in der Kindheit gesetzte Wunde erneut aufreißen. Deshalb bleiben viele Menschen in Beziehungen, wo sie schlecht behandelt werden, weil der Schmerz nach der Trennung sie zu sehr an den Schmerz ihrer Kindheit erinnert. So entsteht ein Sucht- und Abhängigkeitsgefühl in dir, was die Ursache dafür ist, dass du in destruktiven Beziehungen zu bleibst. Wenn du das erkannt hast und dir erlaubst mehr zu verdienen, als deine Eltern dir zugestanden haben, dann bist du in der Lage dieses Muster zu verlassen. Du kannst daran arbeiten die Kindheitswunde zu heilen und Zugang zu deinen Bedürfnissen zu bekommen, dich zu stärken und dich dann aus einer toxischen Beziehung endlich zu befreien. Wenn du das wirklich willst, dann empfehle ich dir mein Release Program, dass dir die Ursachen für dein Verhalten erklärt, dich in deine Stärke bringt, dich während deiner Trennung unterstützt und dir deine Wunden heilt. Ich begleite dich dabei über drei Monate. Weiter Informationen zu diesem Tollen Programm findest du hier: www.katjademming.com/release-program/

Eine traumatische kindliche Erfahrung kann auch sein, wenn andere Menschen sich in deinen Persönlichkeits- oder Identitätsbereich einmischen. Sie verunglimpfen deine Namen, hänseln und mobben dich, machen sich über dich lustig oder blamieren dich vor anderen. Missbrauch ist nicht körperlich zu verstehen. Missbrauch kann auch verbal geschehen und er macht Narben auf der Seele, die niemand sieht und die oftmals viel schwerer zu heilen sind. Dazu gehören Abwertung, Missbilligung und Verunglimpfung deiner Persönlichkeit. Vielleicht gab es in deiner Kindheit Sätze wie: „Du bist zu dick. Du bist zu doof. Das schaffst du sowieso nicht. Wer bist du denn?“ Oder andere verbale Beleidigungen, die dich wirklich tief verletzt haben und die du immer noch mit dir herumträgst. Vielleicht denkst du jetzt als Erwachsener, dass du kein Glück verdient hast und boykottierst dich immer wieder kurz vorm Glück, indem du den letzten Schritt zum Glück nicht mehr machst. Es kann sein, dass du vielleicht nicht mehr zum letzten alles entscheidenden Vorstellungsgespräch gehst, weil es bisher so gut lief, aber du Angst vor der Zusage deiner Traumanstellung hast. Oder du hast den neuen Arbeitsvertrag bereits unterschrieben, aber du springst kurz vor Beginn ab, weil dir dein Gehirn erzählt, dass du dafür einfach nicht gut genug bist. Da kommt plötzlich die Panik in dir hoch, dass du nun so eine tolle Stelle bekommen könntest, diese aber irgendwie nicht verdient hast, weil du dann bestätigt bekommen würdest, dass du ja doch irgendwie wertvoll oder besonders sein müsstest. Das passt aber nicht mit dem von dir selbst gemachten Bild überein und so bremst du dich selber immer wieder aus und gehst nicht den Schritt in das Leben, das du schon lange verdient hast. Ebenso kann so etwas auf Beziehungsebene passieren. Vielleicht hast du deinen Traummann gefunden und du bist schon einige Zeit mit ihm zusammen, doch aus Angst wirklich geliebt zu werden und das Gefühl aushalten zu müssen besonders zu sein, suchst du verzweifelt nach Dingen, die nicht passen, dich stören und warum es besser wäre die Beziehung sofort zu beenden. Da hast du den Traummann gefunden und kannst durch deine Kindheitstraumata ihn weder aushalten noch genießen. Solltest du dich in dieser Beschreibung gerade wiedererkennen, empfehle ich dir wirklich Hilfe zu suchen, damit du von dem Trauma befreit wirst und dein Streben nach Glück nicht länger selber boykottierst. 

Ein weitverbreitetes unbewusstes Kindheitstrauma ist der Leistungsdruck. Viele Eltern meinen es sicher nur gut mit ihren Kindern und wollen das ganze Potenzial aus ihnen herausholen. Denn wer viel lernt, gute Noten schreibt, erfolgreich ist, kann sich später alles im Leben leisten und hat so ein gutes Leben. Dann bekommst du einen tollen Partner, tollen Job, schönes Haus und tolle Urlaube. Für dieses Traumleben arbeitest du. Gleichzeitig merkst du aber auch, dass immer, wenn du gute Noten mit nach Hause bringst, wirst du gesehen, bist du wichtig und spürst, dass du richtig bist und dann fühlst dich geliebt. Manchmal kann es aber auch sein, wenn du nur eine zwei mit nach Hause bringst, dass dich deine Eltern fragen: „Wieso ist das keine eins geworden?“ Dann kommen sofort Gefühle in dir hoch, dass du ein Versager bist, den elterlichen Ansprüchen nicht gerecht wirst, falsch bist, nicht gut genug und dumm bist. Was glaubst du, was so eine Aussage der Eltern für eine heftige seelische Verletzung ist…? Missbilligung, Verletzungen und Abwertung stehen deutlich spürbar im Raum. Was passiert mit diesen Menschen? Diese Menschen sind tatsächlich sehr erfolgreich. Wir finden sie häufig in Führungsetagen mit einem tollen Job. Aber auch sie tragen eine innere Leere in sich, weil sie sich nur wertig und anerkannt fühlen, wenn sie etwas leisten. Ruhe und Entspannung ist für sie tödlich. Häufig enden solche Menschen irgendwann im Burn-out oder in einer Depression. Hier ist es wichtig zu verstehen, dass du viel mehr wert bist, als deine Leistung. Dass du deine innere Leere damit füllst, dass du verstehst, wie wundervoll du bist, dass du auch ohne Leistung, einfach durch dein Sein, deine Menschlichkeit, deine Liebe und Wertschätzung, die du anderen entgegenbringst etwas ganz Besonderes bist und nicht, weil du gute Noten schreibst. Ich glaube das Leistungstrauma ist derzeit ein nicht zu unterschätzendes weit verbreitetes Trauma. Jeder soll auf das Gymnasium gehen, danach studieren und einen grandiosen Job machen. Meines Erachtens verhungern gerade junge Menschen derzeit genau daran. Sie schaffen es sich ihr Leben nach außen wundervoll zu gestalten und erfüllen die Forderungen ihrer Eltern, doch als junge Erwachsene wissen sie nicht wer sie sind, was sie brauchen und was ihnen guttut. Ihr ganzes Leben lang haben sie gemacht, was erwartet wurde. Wie sollten sie sich da ihre eigene Meinung, ihre eigenen Gefühle und ihre Persönlichkeit entwickeln? Kein Wunder, wenn sich solche Menschen dann in ihren Beziehungen völlig aufgeben und sehr schnell emotional verkümmern. Sie können quasi gar nicht alleine stehen und sind immer von anderen abhängig – entweder von den Eltern oder vom Partner. Oder sie hängen sich an einen Narzissten, für den Leistung, Erfolg und Superlative auch immens wichtig ist. Der sich aber ebenfalls innerlich nicht spürt und leer ist. Somit treffen zwei leistungsstarke Hüllen aufeinander, die sich innerlich nichts geben können. Sie tragen beide die gleiche Wunde in sich, sind aber nicht in der Lage sich gegenseitig zu heilen. Das Drama nimmt weiter seinen Lauf. Es wäre immens wichtig dieses Muster zu unterbrechen und in die Persönlichkeitsentwicklung zu gehen. Dafür musst du dir aber erst die Erlaubnis geben, nicht immer allen Erwartungen mehr entsprechen zu müssen. 

Ich hoffe, ich konnte dir hiermit einen kleinen Einblick geben, welche Kindheitstraumata es gibt und wie sie sich bei dir im Erwachsenenleben zeigen können. Solltest du dich hier wiedergefunden, dann empfehle ich dir die Aufarbeitung der seelischen Wunden anzugehen. Suche dir einen Coach, Berater, Psychologen oder Psychiater, der mit dir an diesen Wunden arbeitet, damit sie heilen können. Du kannst mir auch gerne deine Fragen schreiben an: info@katjademming.com

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